Nino de Angelo begeistert im Audimax Regensburg
Manchmal sind es nicht nur Songs, die einen Abend prägen – sondern die Haltung dahinter. Als Nino de Angelo im Audimax Regensburg die Bühne betrat, war sofort spürbar: Hier steht keiner, der sich versteckt. Hier steht ein Künstler, der sein Leben kennt – in all seinen Höhen und Tiefen.
Von Beginn an entwickelte sich eine besondere Energie zwischen Bühne und Publikum. Immer wieder erhoben sich die Zuschauerinnen und Zuschauer zu stehenden Ovationen – ein Zeichen dafür, dass dieser Abend mehr war als ein reguläres Konzert. Es war Begegnung. Es war Resonanz. Es war echtes Erleben.
„Irgendwann im Leben“ – Songs als Spiegel der eigenen Geschichte
Die Titel seines aktuellen Albums „Irgendwann im Leben“ entfalteten live eine noch intensivere Wirkung. Schwer ließe sich ein einzelner emotionaler Höhepunkt benennen – denn gerade die neuen Songs wirkten wie Kapitel einer großen, persönlichen Erzählung. Jeder Titel schien für sich zu stehen, und doch ergab sich im Gesamtbild eine musikalische Lebensbilanz.
Nino de Angelos Stimme präsentierte sich kraftvoll und rau, mit jener unverwechselbaren Klangfarbe, die seine Karriere über Jahrzehnte geprägt hat. Da war Druck in den Höhen, Wärme in den leiseren Passagen – und vor allem Authentizität. Man nahm ihm jede Zeile ab.
Zwischen Pasta, Lebenslektionen und klaren Worten
Wer Nino kennt, weiß: Er spricht aus, was er denkt. Zwischen den Songs erzählte er offen aus seinem Leben – von Erfolgen, von Irrwegen, von Momenten, in denen nicht alles „gut und richtig“ lief. Doch Selbstmitleid? Fehlanzeige.
Seine Botschaft an das Publikum war klar: Jammern helfe nicht. Entscheidend sei, immer wieder aufzustehen, neue Wege zu gehen und aus dem Scheitern Kraft zu ziehen. Worte, die nicht wie Kalendersprüche wirkten, sondern wie gelebte Erfahrung.
Mit einem Augenzwinkern verriet er zudem seine große Leidenschaft für Pasta – und kündigte an, dass sich im Cover seines im Juni erscheinenden Albums sogar Pasta-Rezepte finden werden. Ein Detail, das zeigt: Hinter dem Rockstar steht ein Mensch mit Humor und Bodenhaftung.
Familie als Fundament
Ein besonders bewegender Moment entstand, als er „Du bist mein Fleisch und Blut“ anstimmte. Spätestens hier wurde deutlich, dass bei aller öffentlichen Geschichte eines immer geblieben ist: sein Herz als Familienvater. Trotz aller Turbulenzen seines Lebens wirkt diese Rolle wie ein sicherer Hafen – und genau das transportierte der Song mit eindrucksvoller Intensität.
Licht, Leinwand und eine Band als „Familie“
Visuell unterstrich der Abend seinen Anspruch: Gigantisches, perfekt abgestimmtes Bühnenlicht setzte jede Stimmung in Szene. Auf der Videowand hinter dem Sänger wurden einzelne Songs filmisch begleitet – Bilder, die die Geschichten weiter erzählten, ohne vom Wesentlichen abzulenken.
Und dann war da noch die Band. Nino selbst sprach von „Familie“ – und genau so wirkte es. Keine distanzierte Begleitformation, sondern eine Einheit. Man spürte das Vertrauen, das Zusammenspiel, die gemeinsame musikalische Sprache. Jeder Ton saß – kraftvoll, dynamisch, präzise.
Ein Abend mit Nachhall
Als die letzten Töne verklangen und das Publikum erneut stehend applaudierte, blieb ein Gefühl zurück, das sich schwer in Worte fassen lässt: Dankbarkeit. Für Ehrlichkeit. Für Energie. Für einen Künstler, der sich nicht glättet, sondern zeigt – mit Ecken, Kanten und Herz.
Nino de Angelo hat in Regensburg nicht einfach ein Konzert gespielt. Er hat Einblicke gewährt. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Stärke von „Irgendwann im Leben“: Die Erkenntnis, dass jeder Weg – so kurvig er auch sein mag – Teil einer Geschichte ist, die weitergeht.






