Foto: Stefan Wessel in der Rolle des FALCO (Copyright: Andreas Breitkopf)

Als der Falke über der Donau kreiste

Ein winterlicher Samstagabend, die Lichter der Regensburger Altstadt spiegeln sich im Fluss – und drinnen in der Stadtwerk.Donau-Arena pulsiert der Beat von Wien. Am 31. Januar 2026 wurde die große Halle zur Zeitmaschine: „FALCO MEETS AMADEUS“ verband Pop-Mythos und Klassik-Geschichte zu einem spektakulären Bühnenerlebnis, das weit über ein herkömmliches Musical hinausging. Schon die ersten Takte von „The Spirit Never Dies“ ließen das Publikum spüren, dass hier nicht nostalgisch nacherzählt, sondern mit voller Energie neu interpretiert wird. Regensburg, selbst geprägt von Geschichte und kulturellen Brücken, erwies sich als idealer Ort für dieses Aufeinandertreffen zweier musikalischer Ausnahmetalente.

 

Zwischen Genie, Exzess und Emotionalität

Im Zentrum des Abends stand die faszinierende Parallelführung zweier Wiener Ikonen: Wolfgang Amadeus Mozart und Falco. Die Inszenierung zeichnete beide als Grenzgänger zwischen Brillanz und inneren Abgründen – modern, bildstark und ohne falsche Glorifizierung. Musikalisch überzeugte eine fünfköpfige Live-Band mit kraftvollen Versionen von „Vienna Calling“, „Jeanny“, „Out of the Dark“ und natürlich „Rock Me Amadeus“, der als dramaturgischer Wendepunkt wirkte. Ergänzt wurde das Ganze durch ein expressives Tanzensemble, das die Songs mit schrillen, körperbetonten Bildern in Szene setzte und die innere Zerrissenheit des „Falken“ sichtbar machte. Die Produktion knüpfte an die erfolgreiche Tradition früherer Falco-Bühnenwerke an – jedoch spürbar weiterentwickelt und zeitgemäßer gedacht.

FALCO (gespielt von Stefan Wessel, rechts im Bild) und sein Manager Horst Bork (gespielt von Fritz Barth, links im Bild)

 

Standing Ovations für ein starkes Ensemble

Besonders in Regensburg glänzte der Cast mit Spielfreude und Präsenz: Stefan Wessel verkörperte Falco mit scharfem Profil und emotionaler Tiefe, Fritz Barth als Manager gab ihm ein glaubwürdiges Gegenüber. Ramona Helder (Ana Conda) und Anna Weidinger (Jeanny) setzten wichtige erzählerische Akzente, während Manuel Karadeniz als Amadeus die klassische Dimension des Abends verkörperte. Auf der Tanzseite überzeugten Nele Hermann, Noemi DeRosa, Miryam Tomé, Emma Lucia Barattini und Elisa Fuganti Pedoni ebenso wie die Tänzer Ivan Striuk, Andrea Sparta und Davide De Biasi. Musikalisch trugen Tobias Faulhammer (Gitarre), Florian Fuss (Saxophon), Thorsten Kaiser (Bass), Steve Matyus (Schlagzeug) und Maximilian Tschida (Keyboard) den Abend mit großer Präzision und Dynamik. Langer Applaus, viele Mitsinger – und das Gefühl, Teil von etwas Besonderem gewesen zu sein.

FALCO (Stefan Wessel) im Rahmen des Videodrehs zu „Rock me Amadeus“

 

Ein Abend, der nachhallt

„FALCO MEETS AMADEUS“ in Regensburg war mehr als eine Show: ein dialogischer Brückenschlag zwischen Jahrhunderten, zwischen Rap, Pop und Klassik – und ein Beweis dafür, wie lebendig Falcos Erbe bis heute bleibt. Wer diesen Abend erlebt hat, nimmt nicht nur Ohrwürmer mit nach Hause, sondern auch die Erkenntnis, dass große Musik über Zeit und Genres hinaus wirkt.

Ein herzlicher Dank geht an COFO Entertainment Passau für die Möglichkeit, diesen außergewöhnlichen Abend journalistisch begleiten zu dürfen.

Bild von Andreas Breitkopf

Andreas Breitkopf

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