Susan Ebrahimi schenkt dem Alltag ein Stück Leichtigkeit…
Es gibt Songs, die laufen nebenbei. Und es gibt Songs, die plötzlich nach etwas riechen.
Nach Sonnencreme vielleicht. Nach warmem Asphalt am Abend. Nach einer Strandpromenade kurz vor Sonnenuntergang. Oder, wie bei Susan Ebrahimi, nach Schokolade, Sommer und einem dieser seltenen Momente, die sich anfühlen, als würde die Zeit für ein paar Minuten langsamer werden.
Mit ihrer neuen Single „Sommer, Du und Schokolade“ liefert die saarländische Sängerin keinen lauten Partyhit, der um Aufmerksamkeit kämpft. Stattdessen entscheidet sie sich für etwas deutlich Schwierigeres: für Wärme. Für Bilder im Kopf. Für ein Lebensgefühl, das viele kennen, aber nur wenige musikalisch so leicht einfangen können.
Wenn ein Schlager nach Urlaub klingt
Schon in den ersten Zeilen entsteht eine Szenerie, die sofort funktioniert: „Sonnencreme auf meiner Haut / Sand in den Schuh’n“
Susan Ebrahimi beschreibt keine perfekte Hochglanzwelt. Ihr Sommer wirkt greifbar, echt und angenehm ungekünstelt. Gerade das macht den Titel sympathisch. Der Song fühlt sich nicht an wie eine inszenierte Postkarte – sondern wie ein spontaner Kurzurlaub für drei Minuten.
Musikalisch bleibt Susan dabei bewusst nah am klassischen Schlager: warme Harmonien, eingängige Melodien und ein Refrain, der sofort hängen bleibt. Genau darin liegt die Stärke des Titels. „Sommer, Du und Schokolade“ versucht nicht modern um jeden Preis zu sein. Stattdessen setzt der Song auf Gefühle, Wiedererkennung und eine Atmosphäre, die sofort Bilder entstehen lässt.
Der spannendste Moment kommt erst am Ende
Während viele Sommer-Schlager ausschließlich auf Leichtigkeit setzen, erlaubt sich Susan Ebrahimi gegen Ende einen überraschend emotionalen Moment.
„Auch wenn der Herbst schon an der Scheibe kratzt“ Plötzlich verändert sich die Perspektive. Der Sommer ist nicht mehr nur Gegenwart, sondern Erinnerung. Genau dadurch bekommt der Song Tiefe. Es geht nicht mehr bloß um Sonne, Liebe und Urlaub, sondern um dieses menschliche Bedürfnis, schöne Augenblicke festhalten zu wollen, obwohl man längst weiß, dass sie vergehen.
Dass Susan Ebrahimi den Text selbst geschrieben hat, spürt man dabei in vielen kleinen Details. Die Bilder wirken nicht konstruiert, sondern persönlich. Vielleicht ist genau das der Grund, warum der Song trotz seiner sommerlichen Leichtigkeit nicht oberflächlich bleibt.
Ein Titel, der länger bleibt als nur eine Saison
„Sommer, Du und Schokolade“ funktioniert als klassischer Schlager-Ohrwurm – aber eben auch als kleine Erinnerung daran, wie wertvoll einfache Glücksmomente sein können. Susan Ebrahimi gelingt damit ein Titel, der nicht nur nach Sommer klingt, sondern nach Sehnsucht nach Sommer.
Und vielleicht ist genau das die schönste Form von Schlager: Musik, die für ein paar Minuten das Gefühl gibt, irgendwo zwischen Abendsonne, Promenade und einem süßen Duft in der Luft angekommen zu sein.






